BILDUNGSVERTRAUEN - VERTRAUENSBILDUNG

Netzwerk zur Rekonstruktion von Prozessen der Vertrauensbildung in sozialen und professionellen Kontexten

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II Bildung und Vertrauen in professionellen Kontexten

In der aktuellen soziologischen und pädagogischen Professionalisierungsdiskussion, die sich zum einen mit der Klärung des Charakters und der Bedeutung von Professionen als Sonderform beruflichen Handelns und zum anderen mit der theoretischen Präzisierung und empirischen Fundierung der Logiken, Strukturprobleme und Paradoxien professionellen Handelns befasst (vgl. Combe/ Helsper 1997a), spielt der Vertrauensbegriff keine exponierte Rolle und ist bisher nicht hinreichend systematisch untersucht worden (vgl. di Luzio 2005: 69 und als Überblick über die Diskussion im angloamerikanischen Raum Evetts 2006). Gleichzeitig zeigt aber die Sichtung von Publikationen zu Professionen und professionellem Handeln, dass Vertrauen vielfach als Voraussetzung angesehen wird und zwar sowohl im Hinblick auf die treuhänderische Übertragung eines gesellschaftlichen Mandats an eine Profession als auch mit Blick auf ein gelingendes Arbeitsbündnis zwischen dem Professionellen und den KlientInnen.

In einem ersten Zugriff lassen sich vorliegende theoretische und empirische Analysen in der Professionsforschung, in denen Vertrauen thematisch ist, entlang der Differenzierung von Makro-, Meso- und Mikroebene ordnen: In makroanalytischer Perspektive geraten Prozesse der Generierung von Vertrauenswürdigkeit durch die Professionen, aber auch Probleme der Legitimation und des Vertrauensverlustes von Professionen im Kontext gesellschaftlicher Modernisierungsprozesse in den Blick. Auf der Meso-Ebene sind theoretische Ansätze und Studien anzusiedeln, die Vertrauen in Organisationen sowie in interprofessionellen Kooperations-beziehungen und Arbeitsprozessen thematisieren. Auf der Mikroebene lassen sich schließlich Studien verorten, die auf Voraussetzungen, Bedingungen und Gestaltung der professionellen Interaktion und des Arbeitsbündnisses zwischen Professionellen und KlientInnen fokussieren und Vertrauen als eine Grundkomponente der durch ein Wissens- und Kompetenzgefälle gekennzeichneten Professionellen-Klienten-Beziehung herausarbeiten.

Im Netzwerk wird Vertrauen aus der Perspektive der Profession in vier Projekten untersucht:

  • Die Generierung von Vertrauen. Eine diskursanalytische Untersuchung der institutionellen Vermittlung von Vertrauenswürdigkeit am Beispiel der Profession Zahnmedizin (mehr zum Projekt)

  • Bildungsnetze für exklusionsgefährdete Schüler. Interprofessionelle Zusammenarbeit von Lehrern und Sozialpädagogen zur Förderung von bildungsbenachteiligten Jugendlichen (mehr zum Projekt)

  • Inszenierung von Vertrauen. Eine qualitative Untersuchung der Interaktionsebene zwischen Professionellen und AdressatInnen in der Sozialen Arbeit (mehr zum Projekt)

  • Vertrauen in (sozial-)pädagogische Profis. Prozesse der Vertrauensbildung im Kontext stationärer Erziehungshilfen (mehr zum Projekt)
  • zu den Literaturangaben vgl. bitte folgende Bibliographie Adobe

     

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